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Kloster Großcomburg

Das ehemalige Kloster der Benediktiner liegt im Landkreis Schwäbisch Hall und ist ein absoluter Lieblingsort meiner Kinder. Jedes Mal bevor wir auf die Comburg gehen, um das erhaltene Ensemble von Bauten des 11. bis 18. Jahrhunderts zu betrachten, wird in der Verkleidungskiste gekramt. Denn der Wehrgang auf der Ringmauer wird nicht ohne Ritterhelm und Holzschwert betreten.

#hardfacts

Das Kloster Großcomburg ist über 900 Jahre alt.
Im 13. Jahrhundert kam es zu einem Niedergang, weil ein starker Schutzvogt fehlte. Auch Spannungen und Streitigkeiten zwischen Abt und Konvent kamen hinzu. 1326 führte es zum wirtschaftlichen Zusammenbruch. 

Im 15. Und 16. Jahrhundert mussten einige Besitzungen verkauft werden. Unter der alleinigen Herrschaft des Stifts verblieben lediglich die Orte Steinbach, Hausen (Oberrot), Großallmerspann (Ilshofen) und Gebsattel (Gemeinde in Bayern).

Die Reformation konnte Comburg nur in den vier Orten verhindern, in den anderen Patronatspfarreien musste das katholische Stift evangelische Pfarrer ernennen. Zwar unternahm man Rekatholisierungsversuche unter dem Schutz bayerischer Truppen während des Dreißigjährigen Krieges, sie mussten aber nach deren Abzug aufgegeben werden.

Nach der Säkularisation* 1802 ließ Friedrich I. von Württemberg das Reichsstift Comburg besetzen und es 1803 wieder aufheben.

1817 bis 1909 diente die Comburg als Garnison für das aus dienstunfähigen Soldaten gebildete Ehreninvalidenkorps. 1926 entstand hier eine der ersten Heimvolkshochschulen in Württemberg. Aufgelöst wurde sie 1936.

Während der Zeit des Nationalsozialismus diente die Comburg als Bauhandwerkerschule 
Standort der Hitler-Jugend
Standort des Reichsarbeitsdiensts
und als Kriegsgefangenenlagers.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden über eine kurze Zeit Displaced Persons** untergebracht. 
Seit 1947 ist die Comburg Sitz einer Staatlichen Akademie für Lehrerfortbildung.

*Als Säkularisation wird ursprünglich die staatliche Einziehung oder Nutzung kirchlicher Besitztümer bezeichnet. 
**Der Begriff Displaced Person ist englisch für eine „Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist“ und wurde im Zweiten Weltkrieg vom Hauptquartier der alliierten Streitkräfte geprägt.


Soldatenfriedhof Niedernhall

Vor kurzem habe ich den Soldatenfriedhof in Niedernhall besucht. Viele starben, als sie Anfang 20 waren. Einige waren sogar erst 17. Als ich die Namen und das Alter der jungen Soldaten auf der Gräberliste las, die im April 1945 nahe Niedernhall bei schweren Gefechten getötet worden waren, wurden die Schrecken des Krieges greifbar. Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz als Feinde des Friedens. Bewegend und so unbegreiflich. Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Was ist ein Soldatenfriedhof?

Ein Soldatenfriedhof (Ehrenfriedhof, Gefallenenfriedhof) ist eine Grabstätte, auf der während eines Krieges gefallene Soldaten beerdigt sind.

Wie lange bleiben Kriegsgräber bestehen?

Nach dem Gräbergesetz vom 01.07.1965 bleiben Kriegsgräber dauernd bestehen. Ihre Instandsetzung und Pflege ist einer der zentralen Aufgaben im Rahmen der Völkerverständigung und der Aussöhnung der kriegsbeteiligten Völker. Kriegsgräber sind Mahnung zum Frieden und halten das Gedenken an die Opfer wach.

Wo ist der größte Soldatenfriedhof? 

Im russischen Smolensk ist der weltweit größte deutsche Soldatenfriedhof entstanden. Viele Angehörige haben nun die Gewissheit, dass die Gefallenen einen Ort für ihre letzte Ruhe haben.

Wie viele Soldaten werden heute noch vermisst?

Der Volksbund schätz, dass heute noch 1,3 Millionen deutsche Soldaten vermisst werden.



Sophie Scholl

Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl, hat SWR und BR ein gigantisches Instagram-Projekt (@ichbinsophiescholl) gestartet.

Sophie Scholl nimmt die User mit ins Jahr 1942 und lässt an den letzten 10 Monaten ihres Lebens teilhaben.

Hier findest du mehr Informationen über das Projekt, die Entstehung und Umsetzung.

SWR - Sophie Scholl



Virtuelles Treffen der Tilsiter Heimat- und Familienforsche
Ein Bericht von Dr. Andreas Borm 

Zum Beginn des verlängerten Wochenendes organisierte der stellv. Vorsitzenden der Stadtgemeinschaft Tilsit, Dr. Andreas Borm, am Mittwochabend, den 12. Mai 2021 das „Virtuelle Treffen der Tilsiter Heimat- und Familienforscher“, an dem sich 20 Teilnehmer gemischten Alters zwischen 26 und 70 Jahren eingefunden haben. Erfreulicherweise, denn es waren fast doppelt so viel wie beim letzten und ersten Mal.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde referierte Borm über das Memelland im Fluchtsommer 1944. Grundlage seines Vortrages waren Analysen von Augenzeugenberichten von Soldaten, Bauern, Frauen und Kindern im Hinblick auf die Frage, inwiefern die hier gemachten Erfahrungen prägend auf die Biografien der Zeitzeugen und ihrer Nachkommen waren.

Der Historiker und Informatiker Florian Landes leitet derzeit federführend eine Arbeitsgruppe im Bund Junges Ostpreußen, die mit der Entwicklung einer Smartphone-Applikation („Ostpreußen-App“) beauftragt ist. Er präsentierte am Beispiel der Stadt Tilsit auf beeindruckende Art und Weise den derzeitigen Entwicklungsstand und wies Perspektiven der Software auf. Derzeit ist es möglich, mit Hilfe des Programms historische Landkarten auf aktuelle Stadtpläne und Satellitenbilder zu legen. Auf diese Weise können Veränderungen im Stadt- und Straßenbild erforscht oder die Existenz historischer Gebäude überprüft werden. Die Straßennamen werden zweisprachig deutsch-russisch, deutsch-polnisch bzw. deutsch-litauisch angezeigt. Die Applikation soll Familienforscher, Reisende und Freunde Ostpreußens dazu einladen, das Land der dunklen Wälder in seiner Gegenwart und Vergangenheit zu erkunden und kennenzulernen. Wer Interesse hat in der Arbeitsgemeinschaft mitzuwirken kann sich sehr gerne an den Bund Junges Ostpreußen wenden.

Im dritten Beitrag berichtete der junge Landwirtschaftsingenieur Erik Meyer über das Engagement deutscher und westeuropäischer Landwirte im nördlichen Ostpreußen. Schon in den 1930er Jahren gab es eine Entwicklung, das westdeutsche Agrarier in Ostpreußen investiert haben. In gewisser Hinsicht wiederhole sich dies nun, nur im europäischen Rahmen. Lokale Politiker begrüßten das Engagement, da durch die Investitionen in brachliegende Areale und renovierungsbedürftige Bauernhöfe Arbeitsplätze geschaffen werden würden.

Valentina Manthey, Vorstandsmitglied der Stadtgemeinschaft Tilsit, rundete die Veranstaltung mit einem Beitrag zu aktuellen Entwicklungen im nördlichen Ostpreußen ab.

Zum ersten Mal gestalteten junge Freunde Ostpreußens und Mitglieder der Stadtgemeinschaft Tilsit zusammen eine Veranstaltung. Das „Virtuelle Treffen der Tilsiter Heimat- und Familienforscher“ ist ein generationenübergreifendes Format, das nicht nur ortsunabhängig von jedermann wahrgenommen werden kann, sondern auch zeitlich gut in den Alltag integrierbar ist. In den ersten 30 Minuten können sich die Teilnehmer privat unterhalten und Kontakte knüpfen. Die Veranstaltung als solche dauert nur eineinhalb Stunden. Die Beiträge sind kurzweilig und laden zur Diskussion ein.

Mitte Juni findet sich die Gruppe wieder zusammen, um über das 3. Virtuelle Treffen zu beraten, welches im Juli 2021 stattfinden wird. Wenn jemand Interesse hat mitzumachen, ein eigenes Projekt verfolgt, das er vorstellen möchte oder eine Idee für einen eigenen kleinen Beitrag zum Thema Reisen, Familie o. ä. hat, ist herzlich dazu eingeladen.

Eine formlose E-Mail an schule.borm@gmail.com genügt.

www.tilsit-stadtundland.de

 



  • Gruppenbild
  • Preußische Allgemeine Zeitung
  • 2. Virtuelles Treffen der Tilsiter Heimat-und Familienforscher


Ein Blick in die Vergangenheit

Mittlerweile zählt das Sammeln von historischen Bildern zu meiner Leidenschaft. Ich nehme ein Bild in die Hand und für mich wird es sofort lebendig. Sie erzählen einfach unglaublich viel wertvolle Geschichte. 

Aber auch in der Ahnenforschung ist jedes Bild eine Erkenntnisquelle, die betrachtet UND analysiert wird. Es kann uns helfen, weiter in deine Familiengeschichte einzutauchen.



KZ Gedenkstätte Hessental

Nur wenige Minuten von mir zu Hause, befindet sich die KZ Gedenkstätte Hessental. Ich stehe auf dem ehemaligen Appellplatz und mich überkommt erst einmal eine heftige Gänsehaut. Wie ich weiß, fanden hier die Zählappelle statt. Aber auch die grausamen Bestrafungen.        Heute sind hier Namenstafeln an Stelen angebracht, die auch Herkunftsort und Alter nennen.

Die insgesamt ca. 800 Häftlinge waren fast ausnahmslos polnische Juden und wurden 1944 in das KZ-Lager verschleppt.
Sie wurden untere anderem von der SS gegen eine Gebühr „gemietet“, um die Bombenschäden auf dem Flugplatz des Fliegerhorstes Hessental zu beseitigen.

Wie jedes Mal, lese ich auch heute die Informationstafeln. So richtig begreifen, was damals passiert ist, kann ich bis heute nicht.

Immer wieder ein bewegender Besuch.

Hier findest du mehr Informationen zur KZ Gedenkstätte Hessental.

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Hier findest du mehr Informationen zum Fliegerhorst Hessental. 

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